Fruktoseintoleranz
 
 
 
Ein Mangel an Fruktose verdauenden Enzymen bewirkt, daß der in fast allen Süßspeisen vorkommende Fruchtzucker vergoren wird. Bei Gärung entstehen Alkohole, Säuren Wasserstoff und andere Gase, die nicht nur den Darm schädigen.

Messmethode: Mittels eines speziellen Gerätes wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Die erste Messung erfolgt im nüchternen Zustand um zu wissen, wie viel Gärung und somit Wasserstoffproduktion auch ohne Fruchtzucker im Darm erfolgt. Danach bekommt der Patient eine standardisierte Menge an Fruchtzuckersirup zu trinken. In den nächsten 90 Minuten wird dann 3 mal der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Zeigt mindestens eine der drei Messungen einen um mindestens 20 parts per million höheren Wasserstoffgehalt als der erste Nüchternwert, wird von einer Fruktoseintoleranz gesprochen. Fruchtzucker kann in diesem Fall nicht ausreichend verdaut werden. Diese Messmethode erfasst aber leider nicht jene Personen, die wegen einer anderen Darmflora statt Wasserstoff Methan bilden. Wenn hier eine Fruktoseintoleranz vorliegt, zeigt es der H2 Atemlufttest nicht an. Dafür sind aber immer noch die Blähungen und eventuellen Bauchkrämpfe spür- und hörbar. Im Grunde genommen ist lediglich ein Stethoskop notwendig mit dem man nach der Gabe der Fruktoselösung den Bauch abhören kann und die Gärungsreaktion live vorgespielt bekommt.

Konsequenz einer gemessenen Fruktoseintoleranz:

Da es sich nicht um eine Allergie handelt bei der jedes Molekül eines Allergens unangenehme Folgen haben kann, richtet sich der Schweregrad der Beschwerden nach der Dosis des zugeführten Fruchtzuckers. Wenig macht wenig Beschwerden, viel macht viele Beschwerden in Form von Blähungen und Organbelastungen durch Gärungsalkohole.

Somit sollten vor allem größere Mengen an Fruchtzucker hältigen Speisen vermieden werden.
Fast alle Süßspeisen und süßen Früchte enthalten nennenswerte Mengen an Fruchtzucker.
Wenn also auf Zucker und süße Früchte weitgehend verzichtet wird, werden Blähungen, Darmirritationen und Organbeeinträchtigungen durch Gärungsalkohole weitgehend verschwinden können. Selbst Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer können entscheidend gebessert werden.

Besonders unverträglich ist Fruktose, wenn sie mit Sorbit kombiniert ist. Daher sind bei einer Intoleranz Lebensmittel mit hohem Fruktose- und Sorbitgehalt auf jeden Fall zu meiden.

Hier ein Überblick über den Fruktosegehalt diverser Früchte und Säfte:

Fruktosearm und gut verträglich:
 
  • Honigmelone
  • Zuckermelone
  • Zitrone
  • Banane
  • Mandarine
     
enthält nur Fruktose, muss individuell ausprobiert werden:
 
  • verdünnte Obstsäfte
  • Marmeladen in geringer Menge
  • Orangen
  • Kirschen
  • Kiwi
  • Kaki
  • Wassermelone
  • Heidelbeere
  • Brombeere
  • Preiselbeere
  • Ananas
  • Stachelbeere
  • Rhabarber
  • Mango
  • Zwiebel
  • Schwarzwurzel
  • Artischocke
     
enthält Fruktose und Sorbit, daher zu meiden:
 
  • Apfel (vor allem Saft und Muß)
  • Pflaumen (auch Dörrpflaumen)
  • Birne (vor allem Saft)
  • Marille (vor allem Saft und getrocknet)
  • Pfirsich (vor allem Saft)
  • Rosinen
  • Trauben und ihr Saft
  • Datteln
  • Honig
  • Erdbeere (vor allem Saft)
  • Himbeere und Saft
  • Johannisbeere
  • süße Dessertweine
  • Bier
 
 
 
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