Laktoseintoleranz
 
 
 
Kennen Sie irgend ein erwachsenes Säugetier das Milch trinkt?

Von der Natur ist ursprünglich vorgesehen, daß nur Säuglinge Milch trinken. Im Erwachsenenalter wird daher die Verdauung der Milch schwierig, da der Verdauungstrakt nicht dafür bestimmt ist. Im Speziellen fehlt mit der Laktase jenes Enzym das die Laktose (den Milchzucker) verdauen kann. Bei der schwarzen Bevölkerung und den Asiaten ist dieser Laktasemangel normal und daher wird man in den asiatischen Ländern kaum Milchprodukte finden. Die Europäer haben sich durch die Jahrhunderte alte Vieh- und Milchwirtschaft schon etwas adaptiert und können großteils Milchzucker verdauen.

Ein Mangel an Milchzucker verdauendem Enzym, eben der Laktase bewirkt, daß der Milchzucker vergoren wird. Bei Gärung entstehen Alkohole, Säuren Wasserstoff und andere Gase, die nicht nur den Darm schädigen.

Messmethode: Mittels eines speziellen Gerätes wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Die erste Messung erfolgt im nüchternen Zustand um zu wissen, wie viel Gärung und somit Wasserstoffproduktion auch ohne Milchzucker im Darm erfolgt. Danach bekommt der Patient eine standardisierte Menge an Milchzuckersirup zu trinken. In den nächsten 90 Minuten wird dann 3 mal der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Zeigt mindestens eine der drei Messungen einen um mindestens 20 parts per million höheren Wasserstoffgehalt als der erste Nüchternwert, wird von einer Laktoseintoleranz gesprochen. Milchzucker kann in diesem Fall nicht ausreichend verdaut werden. Diese Messmethode erfasst aber leider nicht jene Personen, die wegen einer anderen Darmflora statt Wasserstoff Methan bilden. Wenn hier eine Fruktoseintoleranz vorliegt, zeigt es der H2 Atemlufttest nicht an. Dafür sind aber immer noch die Blähungen und eventuellen Bauchkrämpfe spür- und hörbar. Im Grunde genommen ist lediglich ein Stethoskop notwendig mit dem man nach der Gabe der Fruktoselösung den Bauch abhören kann und die Gärungsreaktion live vorgespielt bekommt.


Konsequenz einer gemessenen Laktoseintoleranz:

Da es sich nicht um eine Allergie handelt bei der jedes Molekül eines Allergens unangenehme Folgen haben kann, richtet sich der Schweregrad der Beschwerden nach der Dosis des zugeführten Milchzuckers. Wenig macht wenig Beschwerden, viel macht viele Beschwerden in Form von Blähungen und Organbelastungen durch Gärungsalkohole.

Somit sollten vor allem größere Mengen an Milchzucker hältigen Milchprodukten vermieden werden.

Es gibt als Notlösung die Möglichkeit, Kapseln mit Laktase zusammen mit dem gewünschten Milchprodukt einzunehmen. Damit wäre der Laktasemangel kompensiert.

Fast alle Milchprodukte enthalten nennenswerte Mengen an Milchzucker. Sauermilch und Joghurt enthalten fast gleich viel wie Süßmilch.

Im Gegensatz zur Milcheiweißallergie sind bei einer Laktoseintoleranz auch Schafsmilch- und Ziegenmilchprodukte zu meiden oder zumindest zu reduzieren.

Nur Hartkäse und Butter sind praktisch frei von Milchzucker.


Überblick über erlaubte und zu vermeidende Michprodukte:

Laktosefrei bzw. fast frei:
 
  • Butter
  • Butterschmalz
  • Hartkäse
  • Sojamilch (ist kein Milchprodukt)
     
Laktosehältig (3,5 – 6,5 %)
 
  • alle anderen Milchprodukte, egal von welchem Tier oder Menschen
 
 
 
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